In den Serien FABRICS und SOFT MATERIAL GIRLS sieht es oberflächlich betrachtet, so aus, als würde die Frau in den Bildern, von sich selbst ein Foto machen. Tatsächlich stehe immer ich im Bild und erzeuge Malvorlagen. Die eigentliche Kamera ist auf dem Stativ montiert. Mit einem App löse ich aus und kann sehen, was die Kamera sieht. Dies ermöglicht mir, bei Textilien, die in Bewegung sind, ein zielgerichtetes Beobachten des Lichteinfalls. Ein optisches Hilfsmittel der neuesten Zeit sozusagen, denn schon immer werden in der Malerei optische Hilfsmittel verwendet. Caravaggio zum Beispiel war ein Großmeister darin. Aber das Malen selbst überlasse ich meinen Augen, meinen Händen und den Pinseln.

 

Bei den HYPER REALISTIC PAINTINGS wähle ich meistens die einfachen Dinge des Lebens, erlöse sie aus ihrem banalen Schattendasein. Freigestellt, auf eine weiß grundierte Leinwand gemalt, entstehen hyperrealistisch ausgeführte Solitäre. 

Bei den MONOCHROME PAINTINGS und den PAINTED BLOSSOM LEAVES, sind nur die Proportionen exakt und real. Die Inhalte werden zeichnerisch verdichtet und durch den Einsatz von optischer Schärfe und Unschärfe ergänzt. 

 

THINGS AVAILABLE oder VORHANDENE DINGE _ Bei dieser Fotoserie ist es mir ein Anliegen die Dinge des Lebens in ihrer Einfachheit und Schönheit darzustellen, das ästhetisch nüchterne, freie Sehen zu bewahren. Die Bildsprache ist schlicht und zurückhaltend aber die Fixierung von Struktur und Form, im Einklang mit dem Wechsel von Licht und Schatten, erfüllt mich. Während der meditativen Beschäftigung mit diesen Dingen und Gegenständen lebe ich auch meine visuelle Neugierde und Detailverliebtheit aus. Vorwiegend geht es mir aber um die erlebte Schönheit des Augenblicks - diesen Moment, wo scheinbar Unattraktives oder Sprödes auf einmal schön wird - wie plötzlich von Sonne beschienen.

Um Unikate zu erzeugen, wurden die kleineren Formate der Fotoserie mit bewussten Ritzungen versehen. Zu sehen in THINGS AVAILABLE UNIQUE

Die Arbeiten der Serie DOLLY AND BOLLY GET DRESSED zeigen die selben Kleiderpuppen, die ich schon bei den Skulpturen verwendete. Die alten Gipsspuren geben den Puppen etwas Lebendiges - sie haben quasi schon gearbeitet und sie tragen „Gebrauchtes“. Füllgut, leere Bierdosen, Gummihandschuhe usw.... Die weiterführende Umsetzung dieser Serie kommt durch den Einsatz eines zeitlos, schlichten Kleiderständers zum Ausdruck. Obwohl bei dieser Installation zwei Bilder Rücken an Rücken zusammenmontiert sind, fangen die transluzenten Drucke in den hellen Bereichen das Licht ein. Dieses Werk ist rund herum verwendbar und durch Rollen sehr leicht beweglich.

Die Fotoserie NO BODY SCULPTURES zeigt eine frühere visuelle Auseinandersetzung mit meinen Skulpturen. Ungewöhnliche Aufnahmewinkel bilden neue Inhalte, Kontexte und räumliche Situationen. Die Materialvariationen in der Serie von 2007 verleihen den Arbeiten zusätzlich einen fiktiv surrealistischen Charakter, der rätselhafte Gegenstände entstehen lässt.

 

Die SKULPTUREN entstehen, indem ich Fragmente von Kleiderpuppen abforme. Diese objekthaften Abformungen werden in vielerlei Hinsicht interpretiert und das ist für mich auch gut so. Denn in gewisser Weise will ich, dass der unsichtbare Körper, das geistige Konstrukt, im Geist des Betrachters bzw. der Betrachterin weiterlebt.

 

Die digitalen Collagen der Serie SHAPES AND LINES zeigen eine weitere visuelle Auseinandersetzung mit meinen Skulpturen. Zuerst fotografiere ich die Objekte. Danach umschlinge und überlagere ich die Fotodateien mit mehreren schnellen, digitalen Pinselwürfen. Die Bezeichnung "Pinselwurf" entsteht für mich aus der Schnelligkeit... es passiert innerhalb von Sekunden, so als würde ich Farbe an die Wand werfen.

Bei der Serie GAR(B)MENTS erzeugen Fotografie, Linie und Transparenz ein Medien überschreitendes Spannungsfeld. Die fotografierten Objekte aus Verpackungsmaterialien, welche ich eigens dafür anfertigte, wirken in dieser Anordnung fast dreidimensional. Die zweckentfremdeten Materialien, welche normalerweise sehr schnell im Müll landen, bekommen nochmals eine Chance im besonderen Licht betrachtet zu werden. Die einzelnen Sujets begehen je nach Formgebung und Materialwahl, eine Reise durch ethnische Gruppierungen, Zeitalter und Moden.  

Manchmal verspüre ich das Bedürfnis, meine Arbeiten mit Doppeldeutigkeiten oder Rätselhaftem zu nähren. Daraus kann auch die eine oder andere Wortkreation entstehen. FLYING DUTCH HOUSES ist eine davon.  Diese Serie zeigt holländische Häuser am Wasser, in Szene gesetzt durch eine Herausschälung aus nebelartiger Transparenz. Losgelöst aus dem Ganzen scheinen diese Häuser zu fliegen. 

Die Serie PHOTO DESIGNED ROSES zeigt kleinformatige, monochrome  Fine Art Pigmentprints in abstrahierter Reliefoptik. Eine Essenz der Fotovorlagen, die bei der Vorbereitung zur Rosenmalerei entstanden sind.

 

Bei der Serie SEE-THROUGHS oder DURCHSICHTEN sind ineinandergeschobene Raumansichten in Form von vereinfachten Architekturzeichnungen zu sehen. Die Idee zu den Arbeiten kam mir bei der Hinterfragung von neuartigem Wohnen. Die Architektur in der „digitalen Moderne“ schafft neben atemberaubenden Ausblicken auch verborgene virtuelle Einblicke. Die Haustechnik, mit allen ihren Finessen, liefert alle Daten brav ans Internet um abrufbar, fernbedienbar, durchschaubar zu werden. Dabei werden unsere Gewohnheiten zu wichtigen Marketinginstrumenten, ohne das wir es merken. Somit wird der moderne Lebensraum „durchsichtig“.

Bei der visuellen Umsetzung entschied ich mich für die lineare Gravur, um einen „greifbaren“ Gegenentwurf zur digitalen Welt zu erzeugen. Den Widerstand des sandigen, steinartigen Materials zu spüren, das eine archaisch anmutende Ursprünglichkeit erzeugt. Schon in der Antike und vor allem in den mittelalterlichen Dombauhütten bedienten sich die Baumeister, die eigentlich Steinmetzen waren, dieser Technik.

 

Es passt zur heutigen Zeit, sich als Künstlerin, je nach schöpferischer Eingebung und den vorhandenen Rahmenbedingungen, verschiedener Medien zu bedienen. Es ist mir jedoch wichtig, dass nicht nur die konzeptionellen Inhalte Priorität haben, sondern auch die Handwerklichen. 

In the series FABRICS and SOFT MATERIAL GIRLS, on the surface, it looks like the woman in the picture is taking a picture of herself. In fact, I am always in the picture, creating painting templates. The actual camera is mounted on the tripod. With an app I release and can see what the camera sees. This enables me to observe the incidence of light on moving textiles. An optical aid of the latest times, so to speak, because optical aids have always been used in painting. Caravaggio, for example, was a grandmaster in this. But I leave the painting itself to my eyes, my hands and the brushes.

For the HYPER REALISTIC PAINTINGS most of the time I choose the simple things in life, and rescue them from their  otherwise banal shadow existence. Isolated, and painted on a white primed canvas, hyper-realistic solitaires come into being.

For the MONOCHROME PAINTINGS and PAINTED BLOSSOM LEAVES , only the proportions are exact and real. The content is graphically compressed and supplemented by the use of optical sharpness and blurring. 

In the series FABRICS and SOFT MATERIAL GIRLS, on the surface, it looks like the woman in the picture is taking a picture of herself. In fact, I am always in the picture, creating painting templates. The actual camera is mounted on the tripod. With an app I release and can see what the camera sees. This enables me to observe the incidence of light on moving textiles. An optical aid of the latest times, so to speak, because optical aids have always been used in painting. Caravaggio, for example, was a grandmaster in this.

 

 

THINGS AVAILABLE  or  VORHANDENEN DINGE _ In this photo series my interest is to present the objects of daily life in their simplicity and beauty, to preserve an aesthetically down-to-earth, free vision. The image language is simple and reserved, however what fulfills me is the fixation on structure and form, in harmony with the alternation of light and shadow. While meditating on these things and objects, I also engage my visual curiosity and special attention for details. Above all, my concern is with the beauty experienced in the moment - this moment, when ostensibly unattractive or rough objects suddenly become beautiful  - as if the sun were to be suddenly shining on them.

To create a unique specimen, the smaller formats of the photo series were given intentional scratch marks. You can view it in THINGS AVAILABLE UNIQUE

The works in the series DOLLY AND BOLLY GET DRESSED show the same dolls which I had used with the sculptures. The old plaster remnants give the dolls lifelike features. It is as if they have already been put to work and they are wearing  "used" things like packaging material , empty beer cans, rubber gloves etc. .....The further implementation of this series is expressed by the use of a timeless, simple coat stand. Although in this installation two images are mounted back-to-back, in the bright areas, the translucent prints catch the light. This work is all around usable and very easy to move by rolling.

The photo series NO BODY SCULPTURES shows an earlier visual engagement with my sculptures. Unusual camera shots form new content, contexts and spatial situations.

The material variation in the series from 2007 gives the work a fictional surrealistic character, which creates mysterious objects. 

 

The SCULPTURES are created by moulding fragments of mannequins. These object-like impressions are interpreted in many ways and for me this a good thing. Because in a certain way, I want the invisible body - the mental construct - to live in the mind of the observer.

 

The digital collages of the SHAPES AND LINES series show another visual engagement with my sculptures. First I photograph the objects. Then I loop around and overlap the photo files with several fast digital brush throws. For me, the term "brush throw" comes from the speed... it happens within seconds, as if I were throwing paint at the wall.

In the series GAR(B)MENTS, photography, line and transparency create a media-transcending field of tension. The objects photographed were made of packaging materials, which I specially made for the project, and are almost three-dimensional in this arrangement. The misused materials - which normally  very quickly land in the garbage -  gain an  opportunity to be once again viewed in a special light. The individual subjects - depending on their form and choice of material - undertake a journey through ethnic groups, ages and fashions.

Sometimes I feel the need to nourish my work with ambiguities or mystery. From this, some kinds  of word creations can arise. FLYING DUTCH HOUSES is one of them. This series shows Dutch houses on the water, staged on a vast transparent space filled with fog. Detached from the whole, these houses appear to be flying.

The PHOTO DESIGNED ROSES series shows small-format, monochrome fine art pigment prints in an abstract relief look. An essence of photo templates, which were created during the preparation for the rose paintings.

 

In the series SEE-THROUGHS or DURCHSICHTEN, interlaced views of rooms can be seen in the form of simplified architectural drawings.

The idea for the work came to me when I was questioning new living. The architecture in "digital modernism" creates hidden virtual insights in addition to breathtaking views. The home technology, with all its finesse, does a great job of supplying all data well to the internet, is remote-controlled and transparent. In doing so, our habits become important marketing tools. The modern habitat therein

becomes "transparent".

In visual implementation, I decided to use a linear engraving to create a "tangible" counterpart to the digital world, with the palpable feeling of resistance from the sandy, stone-like material, which creates an archaic-like originality. As early as antiquity, and especially in the medieval cathedral huts, the builders, who were actually stonemasons, applied this technique.

 

Depending on the creative inspiration and the existing framework conditions, it is fitting to modern times to use different media as an artist. However, it is important to me that not only the conceptual content  takes priority, but  likewise the artisan content.