THE AVAILABLE THINGS oder DIE VORHANDENEN DINGE _ Es ist mir ein Anliegen die Dinge des Lebens in ihrer Einfachheit und Schönheit darzustellen, das ästhetisch nüchterne, freie Sehen zu bewahren. Bei dieser Fotoserie ist die Bildsprache zwar schlicht und zurückhaltend aber die Fixierung von Struktur und Form, im Einklang mit dem Wechsel von Licht und Schatten, erfüllt mich. Während der meditativen Beschäftigung mit diesen Dingen und Gegenständen lebe ich auch meine visuelle Neugierde und Detailverliebtheit aus. Sehr gerne arbeite ich mit vorhandenen Dingen aus dem Atelier, gebe ihnen Form, inszeniere und erwecke "Naheliegendes".

Um Unikate zu erzeugen, wurden die kleineren Formate der Fotoserie mit bewussten Ritzungen versehen. Zu sehen in THE AVAILABLE THINGS_UNIQUE 

 

Manchmal verspüre ich das Bedürfnis, meine Arbeiten mit Doppeldeutigkeiten oder Rätselhaftem zu nähren. Daraus kann auch die eine oder andere Wortkreation entstehen. FLYING DUTCH HOUSES ist eine davon.  Diese Fotoserie zeigt holländische Häuser am Wasser, in Szene gesetzt durch eine Herausschälung aus nebelartiger Transparenz. Losgelöst aus dem Ganzen scheinen diese Häuser zu fliegen. 

 

Bei der Serie SEE-THROUGHS oder DURCHSICHTEN sind ineinandergeschobene Raumansichten in Form von vereinfachten Architekturzeichnungen zu sehen. Die Idee zu den Arbeiten kam mir bei der Hinterfragung von neuartigem Wohnen. Die Architektur in der „digitalen Moderne“ schafft neben atemberaubenden Ausblicken auch verborgene virtuelle Einblicke. Die Haustechnik, mit allen ihren Finessen, liefert alle Daten brav ans Internet um abrufbar, fernbedienbar, durchschaubar zu werden. Dabei werden unsere Gewohnheiten zu wichtigen Marketinginstrumenten, ohne das wir es merken. Somit wird der moderne Lebensraum „durchsichtig“.

Bei der visuellen Umsetzung entschied ich mich für die lineare Gravur, um einen „greifbaren“ Gegenentwurf zur digitalen Welt zu erzeugen. Den Widerstand des sandigen, steinartigen Materials zu spüren, das eine archaisch anmutende Ursprünglichkeit erzeugt. Schon in der Antike und vor allem in den mittelalterlichen Dombauhütten bedienten sich die Baumeister, die eigentlich Steinmetzen waren, dieser Technik.

 

Die Fotoserie NO BODY SCULPTURES zeigt objekthafte Körperabformungen. In gewisser Weise will ich, dass die Suche nach dem unsichtbaren Körper in der Körperabformung beim Betrachter bzw. bei der Betrachterin ein geistiges Konstrukt, eine imaginäre Skulptur erzeugt. Ungewöhnliche Aufnahmewinkel bilden neue Inhalte, Kontexte und räumliche Situationen.

Die Materialvariationen in der etwas älteren Serie von 2007 verleihen den Arbeiten zusätzlich einen fiktiv surrealistischen Charakter, der rätselhafte Gegenstände entstehen lässt. Ich enthebe die Materialien ihrer ursprünglichen Bestimmung. So kann zum Beispiel eine Ansammlung nüchterner weißer Fliesenkreuze, die sonst als temporäre Arbeitsbehelfe dienen, auf einer Körperabformung neue Assoziationen erzeugen.

 

Die Arbeiten der Serie DOLLY AND BOLLY GET DRESSED zeigen die selben Kleiderpuppen, die ich schon bei den Körperabformungen der „No Body Sculptures“ verwendete. Die alten Gipsspuren geben den Puppen etwas Lebendiges - sie haben quasi schon gearbeitet und sie tragen „Gebrauchtes“. Füllgut, leere Bierdosen, Gummihandschuhe usw.... Die weiterführende Umsetzung dieser Serie kommt durch den Einsatz eines zeitlos, schlichten Kleiderständers zum Ausdruck. Obwohl bei dieser Installation zwei Bilder Rücken an Rücken zusammenmontiert sind, fangen die transluzenten Drucke in den hellen Bereichen das Licht ein. Dieses Werk ist rund herum verwendbar und durch Rollen sehr leicht beweglich.

 

Bei der Serie GAR(B)MENTS erzeugen Fotografie, Linie und Transparenz ein Medien überschreitendes Spannungsfeld. Die fotografierten Objekte aus Verpackungsmaterialien, welche ich eigens dafür anfertigte, wirken in dieser Anordnung fast dreidimensional. Die zweckentfremdeten Materialien, welche normalerweise sehr schnell im Müll landen, bekommen nochmals eine Chance im besonderen Licht betrachtet zu werden. Die einzelnen Sujets begehen je nach Formgebung und Materialwahl, eine Reise durch ethnische Gruppierungen, Zeitalter, Moden und werden im Titel durch (ich nenne es mal) „verbal-optische Metapher“ erweitert. Der Werktitel „Cocos Folio“ zum Beispiel bezieht sich auf das berühmte „kleine Schwarze“ von Coco Chanel.

 

Der Menüordner PAINTED PLANTS zeigt meine Art zu malen. Ich wähle dabei die einfachen Dinge des Lebens, erlöse sie aus ihrem banalen Schattendasein. Freigestellt, auf eine weiß grundierte Leinwand gemalt, entstehen hyperrealistisch ausgeführte Solitäre. Bei den monochromen Aufgabenstellungen, den Rosen zum Beispiel, sind nur die Proportionen exakt und real. Die Inhalte werden zeichnerisch verdichtet und durch den Einsatz von optischer Schärfe und Unschärfe ergänzt. Durch das dreidimensionale Herausarbeiten entsteht eigentlich eine „Ölzeichnung“.

 

Es passt zur heutigen Zeit, sich als Künstlerin, je nach schöpferischer Eingebung und den vorhandenen Rahmenbedingungen, verschiedener Medien zu bedienen. Es ist mir jedoch wichtig, dass nicht nur die konzeptionellen Inhalte Priorität haben, sondern auch die Handwerklichen. 

THE AVAILABLE THINGS  or DIE VORHANDENEN DINGE _ It is a matter for me to present the thing of life in their simplicity and beauty, to preserve an aesthetically sober, free vision. In this photo series, the image language is simple and reserved but the fixation of structure and form, in accordance with the alternation of light and shadow, fulfills me. While meditating these things and objects, I also live my visual curiosity and special attention for details. I like working with available things from the studio, giving them form, staging, and awakening obvious ones. 

To create unique specimen, the smaller formats of the photo series were intentionally scratched.

 You can view it in THE AVAILABLE THINGS_ UNIQUE 

 

Sometimes I feel the need to nourish my work with ambiguities or mystery. From this, one or the other kinds of word creation can arise. FLYING DUTCH HOUSES is one of them. This photo series shows Dutch houses on the water, staged by a peel of foggy transparency. Detached from the whole, these houses seem to fly.

 

In the series SEE-THROUGHS or DURCHSICHTEN, interlaced views of rooms can be seen in the form of simplified architectural drawings.

The idea for the work came to me when I was questioning new living. The architecture in "digital modernism" creates hidden virtual insights in addition to breathtaking views. The home technology, with all its finesse, supplies all data well to the internet, is remote-controlled and transparent. In doing so, our habits become important marketing tools. Thus the modern habitat becomes "transparent".

In visual implementation, I decided to use linear engraving to create a "tangible" counterpart to the digital world, to feel the resistance of the sandy, stone-like material, which creates an archaic-like originality. Already in antiquity, and especially in the medieval cathedral huts, the builders, who were actually stonemasons, used this technique.

 

The photo series NO BODY SCULPTURES shows object-like body impressions. In a way, I want the search for the invisible body in the body impression to produce a mental construct, an imaginary sculpture, for the viewer. Unusual camera shots form new content, contexts and spatial situations.

The material variation in the slightly older series of 2007 gives the work a fictional surrealistic character, which creates mysterious objects. I take off the materials of their original destiny. For example, a collection of sober white tile crosses, which otherwise serve as temporary work tools, can create new associations on a body impression.

 

The works in the series DOLLY AND BOLLY GET DRESSED show the same dress dolls, which I  had already used with the body impressions with "No Body Sculptures". The old plaster remnants give the dolls something alive - they have already worked almost and they wear „used“ things like filling material, empty beer cans, rubber gloves etc. The further implementation of this series is expressed by the use of a timeless, simple clothes rack. Although in this installation two images are mounted back-to-back, in the bright areas the translucent prints catch the light. This work is all around usable and very easy to move by rolling.

 

In the series GAR(B)MENTS, photography, line and transparency create a media-transcending tension field. The photographed objects made from packaging materials, which I specially made for the project, are almost three-dimensional in this arrangement. The misused materials, which are normally very quick to the garbage, get once again an opportunity to be viewed in the special light. The individual subjects, depending on their form and choice of material, undertake a journey through ethnic groups, ages, fashions and are extended in the title  "Verbal-Optical Metaphor". The work title "Cocos Folio“ for example, refers to the famous "little black" by Coco Chanel.

 

PAINTED PLANTS shows my way of painting. I choose the simple things in life, save them from their banal shadow existence. Isolated, painted on a white primed canvas, hyperrealistic solitaries come into being.

For the monochrome tasks, the roses for example, only the proportions are exact and real. The content is graphically compressed and supplemented by the use of optical sharpness and blurring. The three-dimensional draw up creates an "oil drawing".

 

 

Depending on the creative inspiration and the existing framework conditions, it is fitting to modern times to use different media as an artist. However, it is important to me that not only the conceptual content is a priority, but also the artisan content.